Eine Immobilie zu erben ist oft ein Schock – selbst wenn der Erbfall nicht überraschend kommt. Plötzlich bist Du verantwortlich für ein Haus oder eine Wohnung im Landkreis Göppingen oder im Filstal, und mit dieser Verantwortung kommen viele Fragen: Was muss ich sofort erledigen? Welche Fristen darf ich nicht verpassen? Und wie gehe ich damit um, wenn mehrere Personen erben?
Die gute Nachricht: Mit einem strukturierten Plan für die ersten 60 Tage vermeidest Du teure Fehler und behältst den Überblick. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, welche sieben Schritte Du als Erbe einer Immobilie im Landkreis Göppingen gehen solltest – rechtlich sicher, steuerschonend und ohne unnötigen Stress.
Inhaltsübersicht
Warum die ersten 60 Tage entscheidend sind
Nach einem Erbfall tickt die Uhr. Innerhalb von sechs Wochen musst Du entscheiden, ob Du das Erbe annimmst oder ausschlägst. Diese Frist beginnt, sobald Du vom Erbfall erfährst. Versäumst Du sie, gilt das Erbe automatisch als angenommen – inklusive möglicher Schulden.
Doch die Ausschlagungsfrist ist nur eine von vielen Aufgaben. Du musst Dich um Versicherungen kümmern, die Immobilie sichern, Steuerpflichten klären und – falls Du nicht alleine erbst – mit anderen Erben kommunizieren. Gerade im Filstal, wo viele Immobilien seit Generationen in Familienhand sind, kommen oft emotionale Bindungen hinzu.
Wer strukturiert vorgeht, schafft Klarheit und vermeidet Konflikte. Die folgenden sieben Schritte helfen Dir dabei.
Schritt 1: Verschaffe Dir einen Überblick über die Erbsituation
Bevor Du irgendetwas entscheidest, brauchst Du Klarheit über Deine rechtliche Stellung. Bist Du Alleinerbe oder Teil einer Erbengemeinschaft? Gibt es ein Testament oder greift die gesetzliche Erbfolge?
Was Du jetzt tun solltest:
- Prüfe, ob ein Testament vorliegt. Oft wird es beim Nachlassgericht oder einem Notar hinterlegt. Das Nachlassgericht informiert Dich automatisch, wenn ein Testament eröffnet wird.
- Kläre die Erbquoten. Bei einer Erbengemeinschaft gehört die Immobilie allen gemeinsam – niemand kann alleine entscheiden.
- Verschaffe Dir einen Überblick über Vermögen und Schulden. Gibt es noch laufende Kredite auf der Immobilie? Welche Verbindlichkeiten hat der Verstorbene hinterlassen?
Gerade in der Region Göppingen sehen wir häufig Fälle, in denen mehrere Geschwister ein Elternhaus erben. Ohne klare Kommunikation entstehen schnell Missverständnisse. Wie wir Erbengemeinschaften durch Mediation und Emotionscoaching begleiten, erfährst Du auf unserer Erbschaft & Trennung Spezial-Seite.
Schritt 2: Prüfe die Sechs-Wochen-Frist zur Ausschlagung
Du hast sechs Wochen Zeit, um das Erbe auszuschlagen. Diese Frist ist strikt – danach gibt es kein Zurück mehr. Die Ausschlagung ist sinnvoll, wenn die Schulden des Verstorbenen höher sind als der Wert der Immobilie.
Wichtige Punkte zur Ausschlagungsfrist:
- Die Frist beginnt, sobald Du vom Erbfall und Deiner Erbenstellung erfährst.
- Bei einem Testament beginnt sie erst nach der Testamentseröffnung.
- Die Ausschlagung muss beim Nachlassgericht oder notariell erklärt werden – eine mündliche Erklärung reicht nicht.
- Wenn Du die Immobilie bereits nutzt oder veränderst, kann das als Annahme des Erbes gewertet werden.
Falls Du unsicher bist, ob die Immobilie überschuldet ist, empfiehlt sich eine professionelle Bewertung. Im Filstal haben wir in den letzten Jahren einen stabilen Immobilienmarkt erlebt – viele geerbte Objekte sind wertvoll, auch wenn sie renovierungsbedürftig erscheinen.
Schritt 3: Sichere die Immobilie ab und informiere Versicherungen
Eine geerbte Immobilie muss geschützt werden – rechtlich und praktisch. Dazu gehört, dass Du die Versicherungen informierst und die Immobilie gegen Schäden absicherst.
Deine To-Do-Liste:
- Informiere die Wohngebäudeversicherung über den Erbfall. Die Versicherung läuft zunächst weiter, muss aber auf Deinen Namen umgeschrieben werden.
- Prüfe, ob eine Hausratversicherung besteht, falls die Immobilie noch möbliert ist.
- Sichere das Gebäude vor Leerstand-Risiken. Leerstehende Häuser sind anfällig für Einbrüche, Wasserschäden oder Vandalismus. Kontrolliere regelmäßig Heizung, Wasserleitungen und Fenster.
- Melde Dich beim zuständigen Energieversorger, um laufende Verträge zu klären.
Gerade im Winter kann eine ungeheizte Immobilie im Landkreis Göppingen schnell Frostschäden erleiden. Auch wenn Du die Immobilie verkaufen möchtest, solltest Du sie bis dahin in gutem Zustand halten.
Schritt 4: Beantrage den Erbschein (falls erforderlich)
Der Erbschein ist Dein Nachweis als rechtmäßiger Erbe. Du benötigst ihn, um Dich als neuer Eigentümer ins Grundbuch eintragen zu lassen – außer es liegt ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll vor, das den Erbschein ersetzt.
Wann Du einen Erbschein brauchst:
- Wenn kein notarielles Testament vorliegt.
- Wenn Banken, Versicherungen oder das Grundbuchamt einen Nachweis verlangen.
- Bei Erbengemeinschaften, um Deine Erbquote zu belegen.
So beantragst Du den Erbschein:
- Stelle den Antrag beim Nachlassgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen.
- Lege alle relevanten Unterlagen vor (Sterbeurkunde, Testament, Personalausweis, Familienstammbuch).
- Rechne mit Kosten, die sich nach dem Nachlasswert richten – bei einer Immobilie im Wert von 300.000 Euro liegen die Gebühren bei etwa 600 Euro.
Der Erbschein ist besonders wichtig, wenn Du die Immobilie verkaufen möchtest. Käufer und Notare verlangen diesen Nachweis, um sicherzugehen, dass Du verkaufsberechtigt bist.
Schritt 5: Kläre die Grundbucheintragung und laufende Verpflichtungen
Nach dem Erbfall musst Du Dich als neuer Eigentümer ins Grundbuch eintragen lassen. Das ist wichtig, um rechtlich abgesichert zu sein – auch wenn die Eintragung nicht sofort erfolgen muss.
Was Du beachten solltest:
- Beantrage die Grundbuchänderung beim zuständigen Grundbuchamt. Dafür benötigst Du den Erbschein oder ein notarielles Testament.
- Prüfe, ob Grundschulden oder Hypotheken eingetragen sind. Diese gehen mit dem Erbe auf Dich über.
- Kläre laufende Kredite. Falls noch ein Immobiliendarlehen besteht, musst Du mit der Bank sprechen. Oft ist eine Risikolebensversicherung vorhanden, die das Darlehen im Todesfall ablöst.
- Informiere die Hausverwaltung, falls es sich um eine Eigentumswohnung handelt.
Im Landkreis Göppingen gibt es viele ältere Immobilien, die seit Jahrzehnten abbezahlt sind. Trotzdem können Grundschulden noch im Grundbuch stehen – diese lassen sich löschen, sobald die Schuld beglichen ist.
Schritt 6: Ermittle den Wert der Immobilie – für Steuern und Entscheidungen
Die Wertermittlung ist einer der wichtigsten Schritte. Sie bildet die Grundlage für die Erbschaftssteuer und hilft Dir bei der Entscheidung, ob Du die Immobilie behalten, vermieten oder verkaufen möchtest.
Warum eine professionelle Bewertung sinnvoll ist:
- Erbschaftssteuer: Das Finanzamt setzt den Wert der Immobilie fest, um die Steuerlast zu berechnen. Mit einem Gutachten kannst Du wertmindernde Faktoren (z. B. Sanierungsbedarf) geltend machen.
- Verkaufsentscheidung: Ein realistischer Marktwert zeigt Dir, ob sich ein Verkauf lohnt.
- Erbengemeinschaft: Bei mehreren Erben sorgt eine neutrale Bewertung für Klarheit und verhindert Konflikte.

Freibeträge bei der Erbschaftssteuer
- Ehepartner: 500.000 Euro
- Kinder: 400.000 Euro pro Kind
- Enkel: 200.000 Euro
- Geschwister und Nichten/Neffen: 20.000 Euro
Falls der Wert Deiner geerbten Immobilie im Filstal unter dem Freibetrag liegt, fällt keine Erbschaftssteuer an. Dennoch solltest Du den Wert dokumentieren.

Schritt 7: Entscheide über die Zukunft der Immobilie
Jetzt kommt die wichtigste Frage: Was machst Du mit der geerbten Immobilie? Die Antwort hängt von Deiner persönlichen Situation, der Lage der Immobilie und eventuellen Miterben ab.
Eigennutzung
Sinnvoll, wenn Du selbst Wohnraum suchst und die Immobilie in gutem Zustand ist. Bedenke mögliche Modernisierungskosten – viele geerbte Häuser im Landkreis Göppingen stammen aus den 1970er- oder 1980er-Jahren und benötigen energetische Sanierung.
Vermietung
Kann eine langfristige Einnahmequelle sein. Erfordert Zeit, Aufwand und Kapital für Instandhaltung. Bei Erbengemeinschaften müssen sich alle Miterben einig sein.
Verkauf
Oft die praktischste Lösung, besonders bei Erbengemeinschaften. Ermöglicht eine faire Aufteilung des Erlöses. Ein professioneller Makler mit lokaler Expertise kann den Verkaufsprozess erheblich erleichtern.
Gerade im Filstal sehen wir häufig, dass Erben nicht in der Region wohnen und die Immobilie deshalb verkaufen möchten. Ein Verkauf spart Zeit, Aufwand und Konflikte – vorausgesetzt, er wird professionell begleitet.

Häufige Fehler, die Du vermeiden solltest
Auch mit guten Absichten können beim Erben von Immobilien Fehler passieren. Hier sind die häufigsten Stolperfallen:
- Die Ausschlagungsfrist verpassen: Sechs Wochen sind schnell vorbei. Wenn Du unsicher bist, hole Dir rechtzeitig Rat.
- Versicherungen nicht informieren: Wenn die Versicherung nichts vom Erbfall erfährt, kann der Versicherungsschutz erlöschen.
- Keine professionelle Bewertung einholen: Wer den Wert der Immobilie falsch einschätzt, zahlt möglicherweise zu viel Steuern oder verkauft unter Wert.
- Konflikte in der Erbengemeinschaft ignorieren: Uneinigkeit führt im schlimmsten Fall zur Teilungsversteigerung – mit erheblichen Wertverlusten. Unser Erbschaft & Trennung Spezial-Service hilft, Streitigkeiten frühzeitig zu lösen.
- Emotionale Entscheidungen treffen: Die Bindung an das Elternhaus ist verständlich, aber nicht immer die beste wirtschaftliche Entscheidung.
Besonderheiten im Landkreis Göppingen und Filstal
Der Immobilienmarkt im Filstal ist geprägt von stabilen Preisen und hoher Nachfrage. Viele Familien suchen Eigenheime in der Region – von Göppingen über Eislingen bis Geislingen. Besonders Einfamilienhäuser in ruhigen Wohnlagen sind gefragt.
Gleichzeitig gibt es viele ältere Bestandsimmobilien, die energetisch saniert werden müssen. Wer eine solche Immobilie erbt, sollte die Sanierungskosten realistisch einschätzen. Förderprogramme des Bundes und des Landes Baden-Württemberg können die Finanzierung erleichtern.
Ein weiterer Aspekt: Viele Immobilien im Landkreis Göppingen sind seit Generationen in Familienbesitz. Das macht den Erbfall emotional – und manchmal kompliziert, wenn mehrere Erben unterschiedliche Vorstellungen haben.
Wie IMMOBILIEN FILSTAL Dich unterstützen kann
Als zertifizierte Generationenberater begleiten wir Erben im Filstal durch alle Phasen – von der ersten Orientierung bis zum Verkauf oder zur Vermietung. Unser Service umfasst:
- Professionelle Wertermittlung durch zertifizierte Sachverständige (Dekra/IVD)
- Neutrale Beratung bei Erbengemeinschaften, um faire Lösungen für alle Beteiligten zu finden
- Unterstützung bei der Verkaufsabwicklung – ohne Vorkosten, mit persönlicher Betreuung auch an Wochenenden
- Netzwerk aus Handwerkern, Notaren und Banken für alle anfallenden Aufgaben
Kostenlose Beratung nutzen
Du hast eine Immobilie im Landkreis Göppingen geerbt und weißt nicht, wie Du vorgehen sollst? Wir begleiten Dich – unverbindlich, ohne Vorkosten und mit lokaler Expertise.
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Checkliste: Die ersten 60 Tage nach dem Erbfall
Damit Du den Überblick behältst, hier noch einmal alle wichtigen Schritte als kompakte Checkliste:
Woche 1–2:
- Überblick über Erbsituation verschaffen (Testament, Erbengemeinschaft)
- Sechs-Wochen-Frist zur Ausschlagung prüfen
- Versicherungen informieren (Gebäude, Hausrat)
- Immobilie sichern (Heizung, Wasser, Fenster)
Woche 3–4:
- Erbschein beantragen (falls erforderlich)
- Grundbuch prüfen (Grundschulden, Hypotheken)
- Laufende Verträge klären (Energie, Hausverwaltung)
Woche 5–8:
- Professionelle Immobilienbewertung einholen
- Erbschaftssteuererklärung vorbereiten
- Entscheidung treffen: Eigennutzung, Vermietung oder Verkauf?
- Bei Erbengemeinschaft: Gespräche mit Miterben führen
Optional:
- Sanierungsbedarf ermitteln lassen
- Finanzierungsmöglichkeiten prüfen (bei Eigennutzung)
- Makler oder Generationenberater kontaktieren (bei Verkauf)
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ich die Sechs-Wochen-Frist zur Ausschlagung verpasse?
Wenn Du die Frist versäumst, gilt das Erbe automatisch als angenommen – inklusive aller Schulden. Eine nachträgliche Ausschlagung ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa bei arglistiger Täuschung über den Nachlasswert. Deshalb solltest Du Dich rechtzeitig informieren und im Zweifel rechtlichen Rat einholen.
Brauche ich immer einen Erbschein, um eine geerbte Immobilie zu verkaufen?
Nicht zwingend. Wenn ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll vorliegt, reicht das oft aus. Banken und Grundbuchämter akzeptieren dies als Nachweis. In der Praxis verlangen viele Notare und Käufer jedoch einen Erbschein – besonders bei Erbengemeinschaften.
Wie hoch ist die Erbschaftssteuer auf eine geerbte Immobilie im Landkreis Göppingen?
Das hängt vom Wert der Immobilie und Deinem Verwandtschaftsgrad ab. Kinder haben einen Freibetrag von 400.000 Euro, Ehepartner von 500.000 Euro. Liegt der Wert darüber, werden je nach Steuerklasse zwischen 7 und 30 Prozent fällig. Eine professionelle Bewertung kann helfen, wertmindernde Faktoren geltend zu machen.
Was passiert, wenn sich die Erbengemeinschaft nicht einigen kann?
Wenn keine Einigung möglich ist, kann jeder Miterbe eine Teilungsversteigerung beantragen. Dabei wird die Immobilie öffentlich versteigert – oft weit unter Marktwert. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig das Gespräch zu suchen oder einen neutralen Vermittler wie einen Generationenberater einzuschalten.
Kann ich eine geerbte Immobilie im Filstal auch ohne Sanierung verkaufen?
Ja, viele Käufer suchen gezielt nach Bestandsimmobilien zum Sanieren. Der Verkaufspreis ist dann entsprechend niedriger. Ein erfahrener Makler kann Dir helfen, den realistischen Marktwert zu ermitteln und die richtige Zielgruppe anzusprechen – auch ohne vorherige Sanierung.






